Schon immer wollte ich mal in einem Strandhaus übernachten. Nicht erst zum Strand fahren müssen, sondern direkt da aufwachen und einschlafen.
Dass man in der Zwischenzeit von Anderen, die sich Ähnliches wünschen, aus mehr oder weniger großem Abstand beobachtet wird, würde ich in Kauf nehmen.
Also spontan ein Last Minute Angebot gebucht und ab nach Holland.
Auf der Fahrt dorthin schrillten plötzlich alle unsere Geräte los und eine holländische Mitteilung erschien.

In diesen Zeiten rutscht einem da das Herz in die Hose und der Fuss vom Gaspedal bis man ganz unten „no action required“ liest.

Eine weitere Besonderheit des Übernachtens am Strand ist, dass man nicht mit dem Auto vorfahren kann. Am Anreisetag werden 2 Gepäckstücke pro Person zum Haus gebracht.
Das Auto parkt 15 Minuten Fußweg entfernt, da kann man nicht mal eben Brötchen holen. Außer ein paar Strandrestaurants ist nichts in der Nähe.
Wir planen, das Nötigste einzukaufen, damit es auch in dieser Beziehung in den nächsten Tagen heißt: „No action required.“

Die Strandhäuser in Hoek van Holland nennen sich „Villen“ und werden auch im Winter nicht abgebaut. Das lässt auf eine etwas solidere und schalldichtere Bauweise hoffen. Schließlich wohnt man dicht an dicht.
Wir hatten Glück und die andere Hälfte unseres Hauses war unbewohnt.
Auch die anderen Nachbarn waren ruhige Vertreter und die Ausstattung des Hauses erwartungsgemäß.

Jedes Schiff, das Rotterdam anläuft, muss an unserem Balkon vorbei und zwar so nah, dass man den Passagieren zuwinken könnte.
In der App kann man alle Daten und Wege verfolgen.
So ließen sich auch Regentage überstehen.

Direkt gegenüber sind Industrieanlagen. Bei ungünstigem Wind mischt sich da schonmal ein chemischer Geruch in die gute Seeluft.
Dem Strandleben tut das keinen Abbruch.

Wir haben kurz die Gegend erkundet und uns dann eine Fischplatte gegönnt .

So klingt der erste Tag genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe.
