Endlich haben wir ein Gasthaus nach unserem Geschmack gefunden.

Hier ist schon Heimito von Doderer eingekehrt, von dem Rüdiger gerade ein Buch liest.

Das hört sich doch wohl gut an, oder?

Es hat auch wunderbar geschmeckt.

Genau wie Rüdigers Schnitzel. Endlich mal eins, das richtig kross war. Sein Entsetzen gilt der Menge. Es waren 3 Stück und ein Riesenteller Salat.

Bevor man in den Genuss dieser Gerichte kommt, muss man erstmal einen Platz bekommen.
Auch wenn das Lokal leer ist, werden öfter mal Gäste abgewiesen, was im Internet zu Kritik geführt hat.
„Ausreserviert“, heißt es dann.
Ein bis zwei Tische mit Touristen wäre ok, hat uns der Kellner erzählt. Der Rest bleibt frei für die Wiener Stammkundschaft.
Finde ich gut. So bleibt der Charme erhalten.

Versteht sich, dass ich unter diesen Voraussetzungen keine Menschen fotografiert habe, ich will ja nochmal platziert werden.

Ist das nicht herrlich?
Die Holzverkleidung mit Garderobenhaken und die alten Tische mit Resopalplatte.

Hinten in der Ecke ist noch eine Telefonzelle, allerdings nicht mehr in Betrieb.

Von den beiden Zwetschgenknödeln habe ich nur einen aufgekriegt und war richtig erleichtert, dass der sonst so autoritäre Kellner mir den anderen augenzwinkernd eingepackt hat.
Nachtrag:
Was den Kellner angeht, finde ich nicht die richtigen Worte. „Autoritär“ trifft es nicht. Er ist freundlich und lacht, wenn er uns kommen sieht. Wir stehen mit tropfendem Schirm und bangem Herzen vor der Platziertafel. „Der Schirm bleibt hier“, schnauzt er unvermittelt los und wir müssen den Schirm auf den leeren Bierfässern ablegen. Dann werden wir aber zu einem schönen Fensterplatz geleitet und er nimmt das „Reserviert“ Schild weg.
Ein anderes Mal wurde Rüdigers Bestellung korrigiert. Er hatte damit völlig recht und wir haben uns hinterher bedankt, aber dieser Ton… doch irgendwie autoritär.
Hier noch die Website, da versteht man vielleicht, was ich meine.

Wir freuen uns trotzdem drauf, morgen wieder hinzugehen.
