Es stürmt und regnet immer noch.

Schirme geben ihren Geist auf und das Wasser rinnt innen an den Scheiben des Café Eiles runter wie in einem vollen Zug.

Wir gehen hinters Zelt zum Artisteneingang.

Aus geschützter Position kann man alles beobachten.

Clown Gensi hält jemandem mit einem riesigen Rucksack das Tor auf.

Das ist Clown Matute. Er hat seine Trommel gut vor Regen geschützt.

Völlig ungeschützt ist dagegen dieses Brautpaar, das eine gefühlte Viertelstunde für den Fotografen posierte.

Ich habe auch posiert. Professor Wacko und die Frau vom Ballett boten es an.

Ich hätte nicht gewagt zu fragen. Bei drei Vorstellungen am Tag warten die bestimmt in ihrer Pause nicht darauf, angesprochen zu werden.

Dass sie das tun und trotzdem immer noch gute Laune haben oder zeigen, dafür bewundere ich sie sehr.

Diese Frau bewundere ich auch sehr.

Sie hängt mit einem Bein in der Schlaufe, an dem anderen hängt ihr Mann.

Jeden Tag. Manchmal dreimal. Dass ein Körper sowas aushält.

Von der Vorstellung gibt es im Netz bessere Bilder, als die, die ich nebenbei mit dem Handy knipse, deshalb verzichte ich hier darauf.

Das Programm hat viel Schwung und Klasse und deshalb haben wir es uns auch noch zweimal angeschaut.

Nach der Morgenvorstellung werden jede Menge Luftballons an die Besucher verteilt.

Selbstverständlich habe ich mir keinen geholt, das ist was für Kinder und nichts für Erwachsene.

Als dann einer im Zaun hängen geblieben war, hatte ich doch meinen Spaß.

Er flog nicht wie die anderen gen Himmel, sondern rutschte unter den nächsten Zirkuswagen. Wie passend.

Die Nachmittagsvorstellung haben wir zu Gunsten von Kaffee und Kuchen ausfallen lassen.

Abends waren wir aber wieder am Start. Obwohl inzwischen einige Straßen gesperrt sind und manche U-Bahnen nicht mehr fahren, war das Zelt wieder voll.

Vielleicht braucht man in diesen Zeiten den Zirkus besonders.

Auf Wiederschauen Wien


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