Etwas traurig habe ich von meinem schönen Zimmer im „The Edge“ Abschied genommen

Weniger Glück hatte ich mit meiner Kabine auf der Havila Pollux.

Sie lag direkt neben der großen Eingangsklappe, die sich mehrmals pro Nacht öffnet und schließt.

Das macht einen Riesenlärm, als würde ein Bulldozer durchs Zimmer fahren.

Da hat man wohl gedacht, mit einer alten deutschen Frau kann man es machen, die kann nicht gut genug Englisch, um sich zu beschweren.

Weit gefehlt!

Ich muss mich über mich selber wundern, aber mit der nötigen Wut im Bauch kann ich schimpfen wie ein Rohrspatz.

Grammatikalisch sicher nicht einwandfrei, aber ich bekam umgehend eine neue Kabine und wurde für den Rest der Reise mit Namen nach meinem Befinden gefragt.

„Everything ok, Elke?“

Leider wurde meine Laune beim Frühstück nicht besser.

Im Reisepreis waren die Mahlzeiten nicht enthalten. Ich hätte das Frühstücksbuffet für 30€ zubuchen können oder mir ein Brötchen im Café kaufen können.

Ich tat letzteres und bekam 2 dieser pledderigen Brote direkt aus dem Kühlschrank. Sie wurden nur im Doppelpack verkauft und schmeckten wie sie aussehen.

Mittags legten wir in Honingsvåg an.

Auch eine Stadt, die ich sehr mag.

Sie streitet sich mit Hammerfest darum, wer die nördlichste Stadt ist. Honingsvåg ist nördlicher, aber Hammerfest ist eine Stadt.

Erstmal Bamse Hallo sagen.

Bamse war Schiffshund auf einem Minenräumer im 2. Weltkrieg und Wikipedia schreibt über ihn folgendes:

„Es gab eine Vielzahl von Berichten über die Tapferkeit und Fürsorge des Hundes für seine Mannschaft. Der 88 Kilogramm schwere Hund mischte sich bei Streit zwischen Besatzungsmitgliedern ein und stellte seine Vorderpfoten auf die Schulter eines Streitenden, um so wieder Ruhe herzustellen. Bamse holte Mannschaftsmitglieder zum Ende der Sperrstunde vom Landgang ab. Dazu benutzte er selbständig einen Bus, die Mannschaft hatte ihm ein Busticket gekauft, das er am Halsband trug. Bekannt war der Hund auch dafür, gemeinsam mit der Mannschaft in Bars einzukehren und dort Bier zu trinken. Auch spielte er gerne mit der Mannschaft an Deck Fußball. Bamse rettete zwei Besatzungsmitgliedern das Leben, darunter einem Schiffsoffizier, der im Hafen von Dundee von einem mit einem Messer bewaffneten Mann angegriffen wurde. Bamse griff ein und drängte den Angreifer so ab, dass dieser ins Hafenbecken fiel.“

Nach dem enttäuschenden Frühstück habe ich mir zu Mittag was ordentliches gegönnt.

Königskrabbe, die örtliche Spezialität.

Frisch zubereitet. Es war köstlich!

Der Verzehr ist allerdings eine Herausforderung. Da läuft einem schonmal beim Aufbrechen der Beine die heiße Fischbrühe in den Ärmel der einzigen Jacke, was meine Nachbarn auf dem Rückflug wahrscheinlich mehr stören wird, als die Einheimischen, die neben mir Kaffee tranken.

Da wäre dieses Tshirt passend:

„Verdammt, was riecht es hier nach Fisch“, heißt das.


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