
Das ist Bergen bei Nacht. Noch ein paar Meter und ich bin im Hotel.
Übermorgen geht es an Bord Richtung Norden.
Punkt und Ende.
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Hier die lange Version:
Eigentlich hatten wir ja was ganz anderes vor. Wir wollten zum „Sunshine Winter Festival“. nach Honningsvag, einem kleinen Kaff am Nordkapp, wo die Wiederkehr der Sonne mit Musik und Eiswasserbad gefeiert wird. Kurz vor Abreise kam aber die Nachricht, dass das einzige Hotel im Zentrum überbucht war. Sorry.
Meine liebevoll ausgearbeitete Reise auf eigene Faust durch den Norden war hinfällig. Aus Trotz buchte ich ein Angebot von Hurtigruten. Wenigstens die Flüge nutzen.
Gestern kam dann eine Nachricht der Fluggesellschaft: Flug gestrichen. Sorry.
Es gab eine Alternative über Helsinki. Meine besonnenere bessere Hälfte war schon vorher ausgestiegen, aufs Boot wollte er nicht, begleitete mich aber zum Flughafen. Ich ziehe das durch.
Funfact: Als ich schon in Helsinki war, war er aufgrund eines Personenschadens im Gleisbett immer noch in Wattenscheid.
Fotos vom Flug kommen später.
Ich war schon sehr müde, als ich in Bergen ankam. Noch müder war der Akku meines in die Jahre gekommenen Handys. 10% und keine Powerbank. Das macht enormen Stress.
Wie kommt man zum Hotel? Taxi? 75€. Ich habe doch sonst 30€ bezahlt. Nix da!
Der Flughafenbus kommt erst in 45 Minuten und man soll sein Ticket vorher online auf einer Webseite buchen und seine Kreditkartendaten da eingeben. Nix da!
Direkt unter dem Flughafen fährt alle 10 Minuten eine Straßenbahn Richtung Zentrum. Die nehm ich!
Der Fahrkartenkauf war auch ganz einfach. Erwachsener, Kind oder Senior auswählen, das versteh ich auch auf norwegisch, 2 Stunden gültig, mobil bezahlen, fertig.
Allerdings spuckt der Automat keine Fahrkarte aus, sondern man bekommt das Ticket per SMS! Da habe ich ganz schön den Verkehr aufgehalten bis ich das kapiert hatte.

24 Kronen sind gerade mal 2,20€.
Die Bahn war voll, aber die Stationen hatten so schöne Namen wie Florida oder Paradis und vor jeder Ansage wurde eine andere Melodie gespielt.
Auf dem Weg zum Hotel habe ich mich verlaufen, weil Google Maps im Stromsparmodus den Standort nicht ständig aktualisiert.
Die schönen alten Häuser und die Weihnachtsbeleuchtung werden einem da sowas von egal. Ich wollte keinen Schritt mehr gehen als ich endlich an der Kreuzung vom ersten Bild stand.

Im Rucksack fand sich noch ein Käsebrot und das war’s für heute.
