In aller Herrgottsfrühe ging es mit der S-Bahn nach Düsseldorf.

Der Aufzug war defekt. Für einen mobilitätseingeschränkten Menschen wäre die Reise hier schon zu Ende gewesen.

Aber die Bahn war pünktlich.

Am Düsseldorfer Flughafen gibt es ein sehr leckeres französisches Frühstück.

Die Speisekarte richtet sich an ein weltläufiges Publikum. Ich verstehe gerade mal die Hälfte. Am besten man zeigt auf das, was man essen möchte.

Pünktlich startete der Flieger nach Helsinki.

An Finnair gefällt mir, dass da auch ältere Semester arbeiten.

Nicht der typische Flugbegleiter, oder?

Kleine Anekdote am Rande:

An Bord war nur ein Mann mit Maske. Und wo saß der? Richtig! Neben mir. Die soziale Geschmeidigkeit und Höflichkeit ist mir etwas abhanden gekommen. Deshalb fragte ich ihn unverblümt, ob er krank sei. Nein, antwortete er, er müsse seine kranke Frau schützen. Ob es ihm lieber wäre, wenn ich auch eine Maske trüge? Nein, wenn ich gesund sei, wäre das so ok.

Wie wir da so einträchtig nebeneinander sitzen, kommt von hinten ein Geräusch, das mir durch alle Glieder fuhr. Der Mann hinter uns hustete aus der siebten Sohle und zog mehrfach mit einem tiefen Grunzen die Nase hoch.

Ich setzte meine Maske auf.

Der Mann neben mir tippte was in sein Handy und reichte es mir:

„Es könnte sein, dass der Herr hinter uns krank ist. Ich werde mich deshalb woanders hinsetzen.“

Könnte sein! Selbst diese Vermutung spricht er nicht aus, sondern tippt sie, um den Rotzerüpel nicht zu kränken.

Und solch einen samtpfötigen Zeitgenossen habe ich laut gefragt, ob er krank sei.

Schon ist man in Finnland.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals soviel Schnaps auf einmal gesehen zu haben wie im Duty free shop Helsinki.

Wodka, Whisky, Gin, Aquavit… Flaschenstände soweit das Auge reicht.

Da kann man leicht vergessen, das Weihnachten schon vorbei ist.

Weiter geht es mit einem Propellerflugzeug.

Keine Gangway erforderlich, man steigt über die Stufen in der ausgeklappten Tür ein.

Freie Sicht bis in die Pilotenkanzel.

Es war ziemlich kalt an Bord. Es gab heißen Tee und alles leuchtete vom Licht der untergehenden Sonne.

Ich fühlte mich wie auf einer Expedition.

So ein Propellerflugzeug macht andere Geräusche und kommt auch nicht so schnell voran wie eine Düsenmaschine.

Eine gemütliche Retro – Maschine wie aus dem vorigen Jahrhundert.

Das Fahrwerk wird aus dem Flügel ausgeklappt und man kann beim aufsetzen zusehen.

Etwas durchgeschüttelt, aber glücklich und pünktlich in Bergen gelandet.

Mit KLM wäre es nicht halb so schön gewesen.


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