Wenn es südwärts geht, werde ich immer traurig. Am schönsten finde ich es oberhalb des Polarkreises.

Diese Kugel markiert den Polarkreis. Nun heißt es langsam Abschied nehmen.

Ich blicke zurück. Ich habe beeindruckende Menschen kennengelernt.

Da war die Australierin, die Marathon trainiert. Einen Halbmarathon hat sie unlängst absolviert. Ich schätze sie auf mindestens Ende 70, wahrscheinlich aber über 80.

Wenn man 2008 pensioniert wurde, ist man definitiv über 80. Seitdem hat Eileen 56 Länder bereist, meistens allein. Transsibirische Eisenbahn, Japan, Südamerika, sie hat viel zu erzählen.

Die beiden Lisas sind erst 34 und gemeinsam im Osten zur Schule gegangen. Die Eltern der einen sind in den Westen gezogen, die Eltern der anderen nach Norwegen. Sie sind immer noch dicke Freundinnen und machen zusammen Urlaub. Die norwegische Lisa strickt auch. Zum Abschied sagten sie mir, dass sie gerne mal so werden würden wie ich. Das hat mich sehr gerührt.

Am meisten hat mich Nick beeindruckt. Er war bei der Navy und erschien zum Abendessen mit Anzug und Krawatte. Ein Kavalier alter Schule, der sich erhebt, wenn die Dame an den Tisch tritt und ihr den Stuhl zurecht rückt.

Dass es das noch gibt!

Er verteilt Brot und Getränke und führt geistreiche Tischgespräche mit einem wunderbaren englischen Humor. Wir hatten jeden Abend richtig Spaß.

Selbst von hinten sieht er elegant aus.

Dazu gibt es zu bemerken, dass sich das Leben an Bord etwas geändert hat. Man muss jetzt leider doch ein schickes Teil für abends einpacken. Ich hatte nur Neoprenhose und Norwegerpullover mit und sah aus, als hätte ich gerade den Hundeschlitten ausgespannt.

Der letzte Sonnenaufgang

Der letzte Sonnenuntergang

Das letzte Polarlichtbild

Morgen geht es nach Hause.


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