Es kam die Frage auf, ob wir wirklich nichts anderes als immer nur Essen im Kopf gehabt hätten.

Selbstverständlich nicht.

Wir haben uns redlich um Kultur bemüht, waren aber beim Essen erfolgreicher.

Am Samstag waren wir zur Motette in der Thomaskirche.

Die Musik ist eigentlich nicht so meins, aber ich mag die Stimmung und studiere gerne die Gesichter der Thomaner.

Diesmal waren sie leider nicht zu sehen, weil sie über uns auf der Empore sangen.

Dafür hatten sie vorher draußen vor der Kirche eine Probe ihres Könnens gegeben. Ohne Matrosenanzüge ist das aber auch nur halb so schön.

Gleichzeitig fand das letzte Spiel des RB Leipzig statt.

Wie schön wäre es gewesen, wenn sich wenigstens einer der Fans spontan umentschieden hätte und mit seiner Montur zur Motette gekommen wäre.

Am Schillerhaus sind wir vorbeigegangen und ich habe Elisium gegoogelt (Insel der Seligen und mit y)

Der Kunstmarkt im Garten des Gohliser Schlosses fiel ins Wasser.

Am Sonntag zog eine Demo Fahrradfahrer mit Kind und Kegel bzw. Lautsprechern durch die Innenstadt.

Begleitet von Polizeirädern waren auch sie den Aprilschauern ausgesetzt, was die aufgehaltenen Autofahrer bestimmt mit Häme registriert haben.

Ständig hat einer was zu melden. Morgen ist Montagsdemo.

Wir wollten lieber unsere Ruhe und fuhren mit der Bahn in die Vororte.

Ich freue mich über die malerischen Relikte der DDR Vergangenheit.

Wer da leben musste, freut sich nicht so.

Plötzlich dann das.

Ein Polizeiaufgebot sondergleichen!

Chat GPT wusste zu berichten, dass es sich um ein Fussballspiel zweier Leipziger Vereine, Lok Leipzig gegen Chemie Leipzig handelt, die so verfeindet sind, dass bei den Ausschreitungen Wasserwerfer und Hubschrauber zum Einsatz kommen. Laut der künstlichen Intelligenz sollte das Spiel gerade angefangen haben.

Zeit genug, um erst an der Endhaltestelle die Rückfahrt anzutreten.

Chat GPT lag falsch. Der Gegner war Jena und das Spiel gerade aus.

Heerscharen pleddernasser Fans, oft nur in Tshirt und kurzer Hose, zogen mit Leichenbittermiene über die Straße.

Eine Gruppe Jugendlicher, selber schwarz gekleidet und mit Fahrbier, meinte:„Hoffentlich steigen die hier nicht ein.“

Wir hatten Glück. Die Fans wurden von der Polizei zur S-Bahn geleitet.

Muss ich sagen, dass ich mich im Restaurant wohler fühle?

„Zertretet dieses Leben, das der Freiheit nicht würdig ist.“

Und das an einer Seniorenresidenz.

Da läuft es einem doch eiskalt den Rücken runter und man möchte sich direkt in den geschützten Raum eines gehobenen Restaurants begeben.

Die einfachen Kneipen gibt es ja leider nicht mehr.

Heiterblick ist ein gutes Motto.

Gut, dass ich im rechten Moment das Handy bereit hatte, um mit sehr heiterem Blick diese Beine zu fotografieren.

Inspektor Columbo!

Ich habe da mehr als eine Frage.


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