Wochenmarkt in Bremerhaven.
Kleine Stände, lokale Produkte, der Bummel macht Spaß, auch wenn man mehr schaut als kauft.

Neben Obst und Gemüse wird hier selbst gebackenes, eingekochtes und sogar selbst gestricktes angeboten.

Leider auch wieder selbst gereimtes:
„Was Bismarck war unter den Fürsten, ist Wiese unter den Würsten.“

Möwen wachen über die Äpfel.

Wir bekamen eine Tüte vom hiesigen Bundestagsabgeordneten geschenkt.
Mit einem roten Apfel.
Grün oder gelb wäre ja auch blöd gewesen.
Sohn einer Putzfrau und eines Hafenarbeiters. SPD wie früher.
Zeit fürs Mittagessen.

„Gern ans Meer“ ist ein ungewöhnlicher Name. Wir nennen es „Garage“, weil man sich so fühlt, als säße man vor einer Garage.
Es ist alles etwas improvisiert.

Die Fischsuppe ist erstklassig und preiswert.
7,50€. Dann noch 2,50€ für ein Wasser und man ist mit 10€ dabei.
Das dachte sich wohl auch ein Herr am Nebentisch, der sich dort zum ersten Date mit einer Internetbekanntschaft traf.
Ich war meinem Tischherrn noch ein Glas Wein und einen Salat mit Lachs wert, den wir schweigend verzehrten und fasziniert lauschten, wie man sich am Nebentisch umeinander bemühte.
Was ist das für ein trostloses Geschäft geworden! Wo sind Romantik, Liebe und Spontanität geblieben?
Obwohl schon deutlich über 50, waren beide aufgeregt wie die Teenager und völlige Versager in Sachen Smalltalk. Keine Fragen. Jeder erzählte nur von sich, er mehr als sie. Kein gemeinsames Thema. Nicht einmal haben sie gelächelt oder gar gelacht.
Dafür hat er sich mehrfach abfällig über übergewichtige Frauen geäußert.
Sie war sehr schlank.
Daher weht der Wind. Deshalb nur Suppe und Wasser. Die Arme!
Gut, dass das nicht mehr meine Sorgen sind.

Ich kann herzlich drüber lachen, wenn ich feststelle, dass ich den gleichen Bauch wie ein Bremerhavener Hafenarbeiter habe.
