„Der Jörg brät heute nicht, aber der Fresstempel, der könnte braten.“
Das war die Antwort auf die Frage, wo man in Arnstadt eine gute Thüringer Bratwurst bekommt.

Es müssen nicht immer kulturelle Highlights sein. Mir reicht die Freude über den lustigen Namen eines geschlossenen Bier Pubs völlig aus.

Katzenzungen! Jahrzehnte nicht gesehen.

Auf dem Weg zum Fresstempel kam ich aber erstmal an der Fleischerei Pabst vorbei.

Schon vor 11 nahmen die ersten Kunden Platz und warteten auf thüringische Hausmannskost zum Mittagessen.
Die Suppe war schon fertig und wurde vom Metzger persönlich serviert.
Man unterhielt sich quer durch den Laden, diskutierte Neuigkeiten und beklagte den eigenen Zustand und den der Welt.
Ich kaute zufrieden mein Frühstücksbrötchen.

Frau Pabst ist schon über 70 und geht am Rollator. Lange hält sie das nicht mehr durch. Man findet niemanden, keine Auszubildenden und keine Verkäuferinnen, von einem Nachfolger ganz zu schweigen.
Die jungen Bengel wollen alle nicht mehr arbeiten, kritisierte sie. Die legen die Beine hoch und kriegen noch 500€ Taschengeld.
Die Stimmung ist schlecht im Osten.

Den Frühstückskaffee trank ich im Bach Café, um meiner Exkursion noch einen halbwegs kulturellen Anstrich zu geben.
Es wäre leicht gewesen, mit den Damen ins Gespräch zu kommen, aber die beiden haben auch nur geklagt und geschimpft.

So setzte ich meine Pilgerreise zum Fresstempel durch die Einkaufsstraße fort.

Tatsächlich, der Fresstempel brät auch montags.

Eine Wurst gegessen

Sich über Neger Stopfgarn gefreut

Sich gewundert, warum diese Tshirts ein Sicherungsetikett haben und dann ging es auch schon wieder zurück nach Erfurt.
Dort wurde ein Friedensfest gefeiert.

Im Gegensatz zur Montagsdemo war hier nur ein Streifenwagen mit 2 Polizisten vor Ort und von der AFD war nichts zu sehen.

Dafür sah man Parteien, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie noch gibt.

Es haben sich offenbar vorwiegend linke Bündnisse zusammengetan, um sich über alle Differenzen hinweg für den Frieden stark zu machen.

Omas gegen rechts waren auch dabei.
Es gab sogar „Krüppel gegen rechts“, aber das habe ich mich nicht getraut zu fotografieren.

Wozu dieser Herr gehört, ist nicht überliefert.

Auf jeden Fall hat der Wunsch nach Frieden und Verständigung nicht die Massen mobilisiert.
Schade.

