Seit gestern bin ich in Dresden und so richtig bin ich noch nicht warm geworden mit der Stadt.
Ich stehe hier mit Heerscharen anderer Touristen mitten in diesen atemberaubenden Barockbauten und frage mich, was ich hier soll.
Ich sehe nichts, ich fühle nichts, ich will weg und meine Ruhe.
Da kommt mir der Zufall zu Hilfe.

Während die Dampferfahrt nach Meißen ausgebucht ist, will so gut wie niemand nach Schloss Pillnitz fahren.
Das liegt daran, dass man wegen des niedrigen Wasserstands nur bis Blasewitz fahren kann. Eine Strecke, die man für den Bruchteil des Preises auch mit dem Bus fahren könnte.

Als erstes kracht der Schaufelraddampfer beim ablegen hinten an einen Ponton. Betont lässig schlendern zwei Maschinisten nach hinten, um sich dann doch recht besorgt über die Reling zu beugen. Ist aber nichts passiert.

Wir lassen die Altstadt hinter uns.
So langsam steigt meine Laune wieder.

Jede fotografiert jede.

Meine Beine stehen im Schaufelrad und es dreht sich trotzdem weiter.

Schon sind wir in Blasewitz am blauen Wunder und die Pillnitz fährt ohne mich zurück.

Ein Single Treff für Ü49.
Wie lange muss man sich wohl am Geländer festkrallen bis jemand auf einen aufmerksam wird?
Ich setze mich in die S-Bahn und fahre um Dresden herum nach Meißen.

Pofe auf sächsisch? Was für ein lustiger Name für ein Hotel.

Im Meißen mache ich einen Bogen um Albrechtsburg und Porzellanmanufaktur und setzte mich in diesen kleinen Biergarten ans Wasser.

Gleich muss ich googeln. Der Radfahrer schreibt sich mit 2 L. Der sollte auch besser kein Weingut betreiben.
„Schieler“ ist eine Mischung aus Rot- und Weißwein und lässt irgendwie nichts Gutes vermuten.

Omas Eierlikör hingegen hält, was er verspricht.

Noch rasch ein Foto und dann geht es zurück nach Dresden, um Rüdiger vom Bahnhof abzuholen.
Sein Zug wurde gestrichen und er hat fast 12 Stunden gebraucht, um hierher zu kommen.
Mal sehen, wie seine Laune ist.
