Heute war Keramikmarkt auf dem Platz um den goldenen Reiter

Alles gut gemacht und dekorativ, aber haben will ich nichts mehr von den ganzen Tassen, Töpfen und Tellern.

Aber dann war da dieser Stand.

Unterm Tisch auf der Erde war dieses Waldidyll aufgebaut.

Ich war schockverliebt.

Eine gepunktete Kuh mit einem bärtigen Männergesicht und Eichenlaubgeweih.

Da muss man erstmal drauf kommen.

Keine Frage, dass ich das haben muss.

Die Näherin hätte auch gepasst, aber der Gesichtsausdruck gefiel mir nicht so.

Dafür hatte es mir dieses Hasenpaar schwer angetan, das sich hier an die Mona Lisa lehnt.

Rüdiger seufzte tief. Ihm gefiel es gar nicht. Hast du nicht langsam mal genug von dem Zeug?

Habe ich zwar nicht, aber beides brauche ich wirklich nicht.

Wir gingen Mittagessen.

Das Raskolnikoff macht von außen nicht viel her.

Dass hier die Empfehlung eines Feinschmecker Magazins klebt, erwartet man nicht.

Das Haus von 1837 hat eine wechselvolle Geschichte. Handwerker und Künstler haben hier gelebt und inzwischen gibt es einen Verein, der den Geist des alten Gemäuers bewahrt, Gäste beherbergt, Ausstellungen veranstaltet und gute Küche anbietet.

Über diese Rampe hat man früher die Sachen für eine Eisengießerei transportiert.

Heute kommen nicht nur Gäste, sondern auch Teilnehmer einer Stadtführung in den Hinterhof, die einem interessiert auf den Teller schauen und fragen, wie es schmeckt.

So wird man unversehens zum Teil einer Ausstellung. Wir konnten uns gerade noch zurückhalten, sie probieren zu lassen.

Auf dem Heimweg mit der Straßenbahn fragten wir uns, ob er wohl zwei Tickets lösen muss.

Rüdiger wollte noch etwas die Gegend erkunden. Mir tun mal wieder die Knie weh und ich musste aufs Zimmer.

Mittlerweile war es Nachmittag.

Was machte wohl die Hasenfamilie?

Ob sie noch da war?

Es ließ mir keine Ruhe.

Als ich mich gerade auf den Weg machen wollte, kam Rüdiger.

Er hatte ein Geschenk dabei.

Das Hasenpaar mit Mohrrüben und Kohlkopf!

Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende.

Sorry, viel Text heute.

Die Kuh heute morgen hatte 40€ gekostet. Das ist sehr günstig.

Für die Hasen wollte sie von Rüdiger nur 20€ haben. Das ist viel zu wenig und spricht nicht gerade für gute Geschäfte.

Der ungerechte Preis trübte meine Freude.

Also ging es zum dritten Mal auf den Keramikmarkt.

Natürlich verstand die ukrainische Künstlerin nicht, was ich von ihr wollte.

Da war Chat GPT hilfreich.

Sie hielt sich mein Handy ans Ohr, lauschte und machte ganz große Augen.

Was? Geschenk für mich?

Allein der Gesichtsausdruck war die 20€ wert, die ich ihr in die Hand drückte.

Für einen kleinen Moment war die Welt in Ordnung und alle glücklich.


2 Antworten zu „Große Keramikliebe“

  1. Avatar von
    Anonymous

    👍👍👍👍

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  2. Avatar von
    Anonymous

    die Töpfersachen sind spitze! Hätte auch den Hasen mit dem roten Punkt auf der Nase genommen! So lustig! Der muss mit!

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