
Wir werden uns immer ähnlicher, mein Freund Bamse und ich.
Bis jetzt hat mein Ritual funktioniert, dass ich ihm jedes Mal verspreche wiederzukommen.
Honningsvåg mag ich von allen Stationen auf der Reise am liebsten.

Jeremy versteht das.
Er ist Berliner, mit 17 nach Südnorwegen ausgewandert und jetzt mit 18 erlebt er seinen ersten Winter als Reiseführer am Nordkap. Respekt.
Es geht zu den nördlichsten Fischerdörfern Europas.

Wir sind nur wenige im Bus. Die meisten fahren zum Nordkap.

Der Regen auf der Scheibe verwischt die Konturen der verschneiten Granitfelsen.

Beim Fotostop sieht man die Grautöne etwas schärfer.
Bei klarem Wetter muss das atemberaubend sein.
In Skarsvøg empfängt uns Heidi in ihrem Weihnachtshaus.

Es gibt nur noch 38 Einwohner hier, aber 25 Boote und 4 Firmen, die Angeltouren anbieten.
Keine Kinder, keine Schule, aber eine Kirche. Nach dem Gottesdienst trifft man sich bei Heidi auf einen Kaffee und strickt.

Die Ergebnisse werden in ihrem Laden verkauft.

Weiter geht es nach Kamøyvær.
Auf der Bank könnte ich es aushalten.

Gut, dass ich meinen Stock wieder dabei habe. Es ist spiegelglatt.
Es geht in die Galerie von Eva Schmutterer, einer Deutschen, die vor 20 Jahren der Liebe wegen ans Ende der Welt gezogen ist.

Ich hoffe, es war nicht wegen ihm hier.

Sie collagiert Fotos der Landschaft aus Altpapier und schreibt auch Bücher.
Auf dem Rückweg bin ich dann noch beim Honni Baker eingekehrt.

Da gibt es Backwaren wie in Frankreich. Der Besitzer versucht immer, mit seinen Kunden französisch zu reden. Das hat einigermaßen geklappt und er hat sich sogar fotografieren lassen.

Tschüss Honningsvåg
Das mit dem Wetter war diesmal echt schade.
Aber ich habe ja Bamse was versprochen.
