Der Tag begann mit einem Frühstück unter einem amtlichen Kronleuchter.

Danach ging es auf den Markt, wo ich neben den üblichen Souvenirs das hier entdeckte.

Gibt es wirklich eine Kosmetikserie, die nach Bier riecht?

Ja, und es kommt noch viel schlimmer. Es gibt ein Bier Spa, wo man als Paar oder in Gruppen ungestört ein Bierbad nehmen kann und dabei unbegrenzt viel des Gerstensaftes in sich hineinschütten kann.

Anschließend nüchtert man auf einem Strohlager wieder aus und bekommt hausgemachtes Bierbrot verabreicht, bevor man wieder auf die Menschheit losgelassen wird.

In der Werbung liest sich das natürlich anders. Die Inhaltsstoffe des Bieres können auf dem biologisch angebauten Stroh noch besser in den Körper eindringen, Schadstoffe ausschwemmen und für geistige und körperliche Erholung sorgen.

Ich glaub, mein Schwein pfeift.

Später habe ich mir das Hirn zermartert, wie diese beiden Puppen heißen, die ich noch aus meiner Kindheit kenne.

Es sind nicht Olek und Bolek, sondern Spejbl und Hurvinik.

Ohne Google drauf gekommen!

Während Rüdiger fast allein im Kafka Museum war, habe ich mich unter Menschen begeben.

Es waren weiß Gott nicht wenige.

Keine Demo, nein, man wartete geduldig darauf, dass es auf der astronomischen Uhr zur vollen Stunde schlägt.

Angeblich sollte sie sich irgendwie in Bewegung setzen.

Ich reihte mich ein und wartete mit der gespannten Menge.

Punkt 12 ging ein Glockenspiel los und die beiden kleinen Türen über den Uhren öffneten sich.

Mit voll aktiviertem Zoom konnte man hinter dem Taubenschutzgitter Figuren ausmachen, die kurz auftauchten, bevor sich die Türen nach gefühlten 10 Sekunden wieder schlossen.

Nach einem kurzen Moment der Verwunderung brach ein Jubel und Applaus los, der der Dürftigkeit der Darbietung nicht angemessen war.

Kein Vergleich zum heimatlichen Glockenspiel im Gerwi Haus.

Der Anblick der Prager Schinken ist da schon beeindruckender. Leider waren sie noch nicht gar.

Ich hätte Leine ziehen sollen, aber ich wollte unbedingt noch ein Foto für Rüdiger machen.

Unweit des Rathausplatzes hat man in der Staatsbibliothek aus 8000 Büchern einen Turm errichtet, in den man hineinschauen kann und durch Verspiegelungen ein Gefühl der Unendlichkeit bekommen soll.

Eine Zeit lang stellte mich in der prallen Mittagshitze mit in die Schlange bis es mir zu dumm wurde.

Es ging überhaupt nicht voran.

Die Auseinandersetzung mit der Unendlichkeit und die Fotografie derselben braucht eben seine Zeit.

Wenige Menschen, vermutlich die normalen Bibliotheksbesucher, gingen einfach so ins Gebäude.

Da guck ich doch auch mal.

Tatsächlich konnte man neben der Schlange ungehindert ins Gebäude.

So sieht er aus, der Turm.

Ich bescheide mich mit dem Anblick von außen und verzichte auf das Gefühl der Unendlichkeit.

Da treffe ich mich lieber mit Rüdi.

Wir freuen uns immer, wenn wir es tatsächlich mit Hilfe unserer Handys geschafft haben, uns in der großen Stadt wiederzufinden.

Statt des Fotos der Unendlichkeit im Bücherturm gibt es eins mit unendlich langen Beinen.


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