Also gut, dann schreibe ich doch einen Post.

Wir sind schon wieder in Bremerhaven. Anfang des Jahres gebucht als man noch nicht ahnen konnte, in welche Reisehysterie ich verfalle.

Ich kenne mich hier aus. Ich habe alles schon hundertmal fotografiert.

Was soll ich da posten?

Wir machen immer dasselbe.

A1, A27, mittags sind wir da.

Kapitänsmenu bei Natusch. Der Kellner begrüßt uns mittlerweile mit Handschlag.

Ich fotografiere alle Gänge für schlechte Zeiten.

Makrele mit dreierlei Mais ( Kolben, Popcorn, Pürree) und Caipirinha Sorbet.

Spaziergang durch den Fischhafen.

15h einchecken.

„Ach, da sind sie ja schon wieder. Herzlich willkommen.“

Was will man da noch posten?

Am nächsten Tag Einkaufstour aufs Land. Die Sonne scheint.

Kleine Dörfer, weite Felder, bunte Kühe, es könnte idyllischer nicht sein.

Dann plötzlich ein Schlag am Hinterreifen. Was ist das?

Eine Klammer im Hinterreifen.

Beim Versuch sie zu entfernen, zischt es bedrohlich. Was jetzt?

Ich habe irgendeinen Schutzbrief, aber im ADAC bin ich nicht. Die nächste Tankstelle ist 8km entfernt und hat wahrscheinlich keine Werkstatt.

Gibt es noch Reservereifen? Und wenn ja, wo?

Die Kühe gucken blöd, wir gucken noch blöder.

Nerven behalten!

Aus reiner Verzweiflung googel ich „Autowerkstatt“.

Und siehe da, ein Wunder! 700m!!

Das schaffen wir gerade so mit klappernder Krampe.

Die hätten wir nie gefunden. Was wären wir ohne Internet!

Tatsächlich kommt auch jemand zum Vorschein und montiert uns den Notreifen, der unter dem Kofferraum war.

Wir können mit maximal 80 kmh unsere Fahrt fortsetzen und noch am selben Tag ist der Ersatzreifen da.

Warum ein Auto auf einem kleinen und einem großen Reifen fahren kann, muss ich auch mal googeln.

Das war der erste Tag.

Autopannenposts will keiner lesen.

Am nächsten Tag befanden wir, dass wir erstmal genug Auto gefahren sind und machten eine Hafenrundfahrt.

Wenn da mal der Moderator ausfällt, ich kann übernehmen, so oft wie ich die schon gemacht habe in den letzten 15 Jahren.

Ich genieße es immer noch.

Diesmal gab es allerdings was neues.

Wie immer standen amerikanische Militärfahrzeuge am Pier. Seit neuestem darf man sie nicht mehr fotografieren.

Dahinter wie zum Hohn ein grotesk großes Kreuzfahrtschiff des Disney Konzerns, das dort seinen Hotelausbau erhält.

Oben auf Deck hat es tatsächlich eine Achterbahn.

Damit fahren demnächst fröhliche Asiaten in Singapur, während wir unter dem Schutz der paar Panzer versuchen unsere Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Den Rest des Tages am Hafen vertrödelt.

Nichts zu posten.

Am Abend stelle ich die Herdplatte an und es gibt einen Knall.

Sicherung raus. Nicht nur die von der Herdplatte, sondern die Hauptsicherung.

Der Haustechniker hat schon Feierabend, aber der ukrainische Gehilfe ist noch da.

Er drückt die Sicherung wieder rein und wir stehen entsetzt vor der Herdplatte.

Sie ist ausgeschaltet und kein Topf steht drauf. Dennoch bollert sie auf voller Pulle und hört nicht auf.

Fast wäre unsere Maggiflasche verglüht.

Spaß. Das war morgens. Manchmal vergisst man das fotografieren.

Wir bekamen noch am selben Abend ein neues Induktionskochfeld.

Zwei technische Missgeschicke in zwei Tagen, beide gut ausgegangen.

Hoffentlich wird der Urlaub ab morgen endlich langweilig und ich habe wirklich nichts mehr zu berichten.


Eine Antwort zu „Auf ausgetretenen Pfaden“

  1. Avatar von
    Anonymous

    Das reicht doch für 2 Tage wehr weiss was die andern Tage bringen, grüße aus Dortmund fröhlich

    Like

Hinterlasse einen Kommentar