Heute bin ich zum ersten Mal Business Class geflogen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Das Upgrade war zum Preis eines durchschnittlichen Abendessens in Norwegen zu haben.

Ich habe mich ziemlich blöd angestellt. In alter Gewohnheit mäanderte ich wie immer mit den normalen Menschen vor der Sicherheitskontrolle hin und her. Als ich fast durch war entdeckte ich, dass es für Business Passagiere eine eigene Spur ohne Warteschlange gibt.

Fast hätte man mir da mein Strickzeug weggenommen, weil ich diesmal Stahl- statt Holznadeln dabei hatte. Mein Entsetzen über dieses Ansinnen war so groß, dass der Beamte seinen Kollegen zu Rate zog und man zu dem Schluss kam, dass von mir keine Gefahr ausgeht.

Wahrscheinlich hatten sie noch nie einen Business Passagier mit Strickzeug gesehen.

In der Lounge war ich tatsächlich die einzige Frau, die auf eigene Faust und dazu noch in Outdoorklamotten unterwegs war.

Da war ich fast ein bisschen stolz.

Es war da wunderbar still, weil die Männer ausnahmslos mit Laptops oder Handys beschäftigt waren und taktvoll genug waren, nicht zu telefonieren.

Ich war taktvoll genug, die Herrschaften nicht abzulichten.

Die Hauptaufgabe eines Business Passagiers aber ist essen und trinken. In der Lounge gibt es alles, was das Herz begehrt. Natürlich umsonst.

Hinter den Laptops wird ordentlich geschmaust. Ich habe mich zurückgehalten, denn auf den beiden anderthalbstündigen Flügen von Düsseldorf nach Kopenhagen und von Kopenhagen nach Bergen waren auch noch Mahlzeiten anvisiert.

Unnötig zu erwähnen, dass der Toilettenbesuch zu keinerlei Beanstandung Anlass gab.

Eine Oase der Ruhe und der Reinlichkeit, da kann man sich dran gewöhnen.

Jetzt aber los und ab ins Flugzeug.

Dass das Triebwerk hinten am Flugzeug angebracht ist, habe ich auch noch nicht gesehen.

Über die ausgeklappte Tür kletterte man ins Flugzeug.

Da saß man als Business Passagier aber genauso beengt wie die anderen.

Nur durch ein Schild war man vom gemeinen Volk getrennt.

Und man wurde mal wieder beköstigt. Die anderen bekamen nur Getränke. Ich dachte tatsächlich, dass man sich eins der 3 Gerichte aussuchen kann. Nachmittags reicht doch ein Imbiss.

Von wegen, es gab ein 3-gängiges Menu.

Es sieht nicht besonders aus, war aber sehr lecker.

Ebenso wie das Abendessen auf dem Anschlussflug.

Als ich in Bergen ankam war ich pappsatt und konnte auf das Abendessen verzichten.

So habe ich glatt das Business Upgrade wieder raus.


Eine Antwort zu „Vornehm geht die Welt zugrunde“

  1. Avatar von
    Anonymous

    hallo das hört sich alles sehrgut an wünsche einen schönen Urlaub ln Norwegen gruß fröhlich

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