Ich will nichts Schlechtes über meine Mitreisenden schreiben.
Es sind bestimmt nette Menschen, die ein Leben lang hart gearbeitet haben, um sich im Ruhestand eine schöne Reise leisten zu können.
Ich kann verstehen, dass es angenehm ist, den grünen Studiosus Rucksack zu schultern und im Gänsemarsch hinter dem Reiseleiter herzulaufen ohne sich selbst Gedanken über den Weg machen zu müssen.
Wenn dann mal was nicht klappt, ist es durchaus berechtigt, bei diesen Preisen mal ordentlich zu meckern.
Da man sich äußerlich kaum unterscheidet, muss man anders herausfinden, wer zu einem passt.
Da hat sich offenbar die Frage nach der Anzahl der Studiosus Reisen bewährt.
Die meisten liegen über 10, der Rekord ist bis jetzt bei 35.
Wir mussten uns zur Kennenlernrunde in der Hotellobby im Kreis aufstellen und unseren Namen (mit Titel), Wohnort und den Grund der Reise angeben.
„Weil meine Frau es so wollte“ wurde herzhaft belacht und deshalb gleich mehrfach verwendet. Meistens war es aber „weil ich schon in…. (Anzahl der Studiosus Reisen) war“.
Mit meiner Antwort „weil ich Slowenien mal von der Slowakei unterscheiden möchte“, setzte ich mich als bildungsfern ins Abseits.
Ich bin komisch, das merke ich selbst.
Sie funktionieren einfach anders als ich.
Ich kann nur klar denken und fühlen (und Fotos machen) wenn ich meine Ruhe habe.

Wann immer es geht, klinke ich mich deshalb aus. Lass sie mal laufen.
Ich bleibe unten und genieße die Natur.

Und was haben sie gemacht in der Zwischenzeit?
Ich habe zugeschaut wie mir eine Schnecke auf den Schuh geklettert ist.
Das kann nichts werden.
