Heute morgen ging es nach Cabourg.

Dort im Grand Hotel hat Marcel Proust viele Sommer verbracht und an seinem siebenbändigen Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ geschrieben.

Ich versteh davon nichts, aber Rüdiger hat es tatsächlich gelesen und verstanden und war ganz ergriffen, auf den Spuren des Dichters zu wandeln.

Damals ernährte die Literatur noch ihren Mann.

Obwohl auch noch andere Touristen in Freizeitkleidung da umher wandelten und knipsten, habe ich mich äußerst unwohl gefühlt in meinem Seemannshemd zwischen den gediegenen Hotelgästen.

Zumal auch noch zeitgleich ein Filmfestival stattfand. Am Hintereingang lauerten Fans, die hofften einen Blick auf Isabel Huppert oder Juliette Binoche zu ergattern.

Der rote Teppich ging bis ins Meer.

Das ist nicht meine Welt.

Das Klohäuschen hat mir noch am besten gefallen.

Trennt man den Müll eher, wenn Proust einen dazu auffordert?

Zum Abschluss ein Spaziergang abseits des Getümmels auf der Suche nach der verlorenen Zeit.

Zurück in Trouville sind wir erstmal in einem bodenständigen Lokal eingekehrt.

Es gab gebackenen Camenbert.

Das Seemannshemd ist immer noch fehl am Platze.

Notiz an mich: Einfarbige Sachen einpacken. Lustiges nur noch zuhause.

Apropos lustig:

Ich kämpfe mit mir, ob ich die Spiegelei Vase kaufe.

Ein einmaliges Kitschkunstwerk.

Sie passt nicht richtig in meine Wohnung, aber was ist, wenn ich sie nicht vergesse?

Gefreut habe ich mich auch über diese Spatzen.

Sie scheinen in dem überdachten Außenbereich dieser Brasserie zu wohnen und holen sich das alte Brot von einem Abräumtisch.

Neben uns saß ein asiatisches Paar und verzehrte eine gigantische Meeresfrüchteplatte.

Sie im schulterfreien Abendkleid, ich immer noch im Seemannshemd.


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