Die Gruppe ist weg und ich kann mich ungestört durch Graz treiben lassen.
Weil ich nicht gut laufen kann, habe ich mir eine Fahrkarte gekauft und gondele planlos durch die Gegend.

Markt! Ich steige aus.
Der älteste Bauernmarkt des Landes.
Gleich um die Ecke entdecke ich einen Gasthof nach meinem Geschmack.

Anders als in der Innenstadt sitzen hier nur die Einheimischen im Biergarten.
Ich setze mich dazu und bekomme gleich eine ausgelesene Kronenzeitung von einem alten Mann überlassen.
Da lese ich, dass heute in einem sonst abgesperrten Innenhof ein „Markt der Artenvielfalt“ stattfindet.
Das wäre doch was. Aber erstmal Mittagessen.

So lässt es sich aushalten.
Das ist übrigens eine halbe Portion. Die bekommt man hier problemlos auf Nachfrage.
Eine Kastanie fällt vom Baum. Ich nehme sie mit. Sie wird mich an den schönen Spätsommertag hier erinnern.
Nun aber zum Artenvielfaltsmarkt.

Da wäre ich ohne die Zeitung des alten Herren nie drauf gekommen.

Ich rette die Ehre der Piefkes, indem ich alle Fischsorten richtig benenne.

Zur Belohnung wird ein Foto gemacht.
Ich bin mir für nichts mehr zu schade

Hier wollte ich nur das Wildschwein fotografieren, aber schon wurde mir das Handy aus der Hand genommen.
Wäre doch schöner, wenn ich mit drauf wäre.
Ich beeindruckt von der Freundlichkeit.
Obwohl sie wissen, dass ich als Tourist weder ihrem Verein beitreten noch groß was kaufen kann, verschwenden sie ihre Zeit für eine Unterhaltung.
Ich ziehe weiter zum Schlossberg.
Gestern war ich schon mal hier und habe ein Foto gemacht. Ich erinnerte mich, dass mein Vater 1941 hier ein ähnliches gemacht hat.
Das habe ich mir schicken lassen und will heute versuchen, genau dasselbe Foto nochmal zu machen nach 85 Jahren.

Das ist das Ergebnis. Erstaunlich wenig Änderung.
Ich fahre auf die andere Murseite.
So langsam wird es Zeit für das Abendessen.

Der Mohrenwirt spricht mich an.

Diesmal eine ganze Portion.
In Buttermilch eingelegtes Backhendl.
Ich lebe nur noch von Frittiertem.

Die Reste werden in diese schöne Tüte eingepackt.
Gleich um die Ecke ist schon wieder was mit „Mohr“.

Die Mohren Apotheke.
Ich frage Chat GPT, warum es hier soviele Mohren gibt.
Es geht auf ein Gasthaus zurück, dass von einem Herrn Mohrner betrieben wurde.
Wer hätte das gedacht.
Nun aber schnell zum Sonnenuntergang auf den Schlossberg.

Das da oben könnte mein Flugzeug sein mit dem ich morgen nach Hause fliege.