Wir wollten mal wieder Austern essen.

Und zwar direkt vom Erzeuger.

Hurra, es gibt sie noch, die kleine Austernbude am Hafen von Pors – Even.

Seit Jahrhunderten ist die Straßenführung hinunter zum Hafen unverändert.

Wo früher zwei Holzkarren locker einander passieren konnten, kriegt man heute Schweißausbrüche bei dem Gedanken, dass einem jemand entgegenkommt.

Wenn man erstmal angekommen ist und einen der wenigen Parkplätze ergattert hat, ist alles ganz entspannt.

„Wenn alles voll ist, müssen Sie auf dem Privatparkplatz der Bootsbesitzer parken oder einer fährt umher und der andere isst.“

Wir durften an einem der reservierten Tische Platz nehmen („die kommen sowieso immer später“) und beobachten, wie die Angestellten lustig miteinander plauderten und dem Lieferanten einen Wein einschenkten.

Was für angenehmes Arbeitsklima!

Mag auch daran liegen, dass die lokale Craft Bier Marke „Gute Laune“ heißt.

Vielleicht besorge ich mir so ein Glas bei der Brauerei.

Nun aber zur Speisekarte.

Es gibt Muscheln mit verschiedenen Saucen, Austern roh und überbacken und Wurst mit Pommes für die, die das nicht mögen.

Muscheln isst man mit den Fingern, deshalb sind die Tische gleich mit großen Abfallschüsseln und Reinigungstüchern eingedeckt.

Rüdiger freut sich schon.

Da er noch schlechter französisch spricht als ich, hat es sich eingebürgert, dass ich immer alles bestelle.

Wir nehmen einmal Austern und einmal Muscheln.

Das sind keine kleinen Portionen.

„Und was isst der Herr?“ fragt er Kellner.

Hält der mich etwa für verfressen?

Nein, tatsächlich essen da viele beides.

Da müssen wir noch üben.

Zum Bezahlen geht man zum Patron an die Theke.

Nur Barzahlung!

In alter Gewohnheit gebe ich Trinkgeld, was hier eigentlich nicht üblich ist.

Der Patron bedankt sich im Namen seiner Angestellten und schlägt auf eine Tischklingel, woraufhin alle Mann, auch die aus der offenen Küche, ein fröhliches „Merci“ schmettern.

Da kommen wir doch gerne wieder.


Hinterlasse einen Kommentar