Wir befinden uns in einer Trüffelgegend.

Darum wird ein riesen Bohei gemacht und es gibt nichts, das nicht mit Trüffeln verfeinert wird.

Ein ganzes Menu mit Trüffeln: Suppe, Nudeln und Eis.

Echte Trüffel sind teuer und deshalb ist oft ein „natürliches“ Aroma zugesetzt, das nichts anderes ist als eine chemisch hergestellte Schwefelverbindung, die penetrant riecht und schmeckt.

Ich mag das Zeug gar nicht.

Wie gut, dass wir nun bei dem Besuch einer Trüffelfarm vor Ort mal in den Genuss reiner, echter Trüffel kommen werden.

Spornigen Schrittes geht es dem frohen Ereignis entgegen.

Wir bekommen einen Begrüßungsschnaps und einen Vortrag und schon geht es los zur Trüffelsuche.

Wie immer werde ich von der Gruppe abgehängt.

Ich wollte aber unbedingt die Hunde bei der Suche sehen und biss die Zähne zusammen.

Und tatsächlich! Sie hatten was gefunden!

Der Trüffel war zwar in zwei Teile zerbrochen, aber das war ganz praktisch, denn so konnte jeder mal dran riechen und nur ein ganz zynischer Mensch könnte vermuten, dass die Teile später für die nächste Gruppe wieder verbuddelt werden.

Dann ging es zur Verkostung.

Dass es davon kein Foto gibt, spricht für sich. Mir hatte es die (Bild)sprache verschlagen.

Es wurden opulente Platten mit Häppchen aufgefahren. Es gab Trüffeloel, Trüffelessig, Trüffelhonig und sogar gemahlene weiße und schwarze Trüffel, die wir uns großzügig auf die Brote streuten.

Im ganzen Speisesaal hing Trüffelgeruch, der verdächtig an das mir verhasste Aroma erinnerte.

Nachdem ich das erste Mal aufgestoßen hatte, schaute ich mir die gemahlenen Trüffel mal genauer an.

Die Zutatenliste war kaum zu entziffern.

Hauptzutat: Reismehl

Dann kam Salz, natürliches Aroma und 0,6% Trüffel.

Mein Tischnachbar hatte mir beim Entziffern geholfen und rief laut:

Da sind ja nur 0,6% Trüffel drin.

Das kann nicht sein, war die Antwort.

Doch, steht doch hier.

Dann ist das was anderes.

Man möchte sich seine Träume einfach nicht zerstören lassen.

Dennoch ist der Trüffel bei mir rehabilitiert.

Ich wollte es wissen und bin, natürlich allein und heimlich, in ein etwas besseres Lokal gegangen.

Die Pasta war handgemacht und die Sahnesauce allein schon sehr schmackhaft.

Der Trüffel wurde dann vor meinen Augen darübergerieben.

Er schmeckte dezent nach einer Mischung von Erde und Pilz und hatte auch ohne Chemie genug Aroma.


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