Ein neuer Tag beginnt.
Die einen stürzen sich in die immer noch warme Adria.

Andere suchen ihr Glück beim angeln.

Endlich mal ein extrovertierter Angler, der sich freiwillig in Pose stellt, wenn man ihn fragt, ob man ein Foto machen darf.
Wir hängen eigentlich nur rum und erleben doch jede Menge.

Wir werden Zeuge, wie Werbeaufnahmen für ein Hochzeitsmagazin gemacht werden.

Ich hätte die glatt für ein echtes Paar gehalten.
Inzwischen gehe ich überall hin und frage, was sie da machen.
Beim ersten Mal habe ich mich noch sehr geschämt.
Da war eine große Gruppe vor dem Hotel am Strand. Viele hatten sportliche Sportshirts an, sahen aber gar nicht so sportlich aus.

Auf den Tshirts stand „Pitchpro“.
Es wurde ordentlich gefeiert und ein übergewichtiger Mann zog sein enges Shirt aus und machte nur mit seiner Calvin-Klein-Unterhose bekleidet eine Arschbombe ins Wasser, was von den Umstehenden mit einem lauten „Pitchpro“ Ruf bejubelt wurde.
Was ist Pitchpro?
Ein Synonym für Arschbombe?
Ein Club, der zuviel trinkt?
Chat GPT kannte sich wieder mal nicht aus und unterstellte, ich hätte mich verlesen. Dummes Ding.
„Nun geh schon hin“, sagte der Mann an meiner Seite.
Recht hat er. Man kann doch nicht aus Feigheit die KI befragen, wenn die Menschen quasi vor einem stehen.
Also ging ich hin und bekam heraus, dass ein Jugendfussballturnier U11 stattfindet und dass das die stolzen Eltern der Mannschaft „Pitchpro“ waren, die gerade ein Spiel gewonnen hatte.

Auch am nächsten Tag wurde noch die Flagge geschwenkt. Sie sind wohl weitergekommen.
Ich freue mich mit und beschließe solange weiter Leute anzuquatschen bis ich mir mal eine richtige Abfuhr abhole.
Die Gelegenheit dazu bot sich gleich am nächsten Tag.
Wir saßen mal wieder auf dem Marktplatz, als laute Volksmusik erscholl.
Eine Gruppe älterer Menschen auf historischen Fahrrädern umrundete unter großem Applaus den Marktplatz und nahm unter dem Tartini Denkmal Aufstellung.

Sie winkten die Umstehenden zu sich heran.
Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen.

Was für eine nette Truppe!

Natürlich wollte ich wieder rauskriegen, was es damit auf sich hat.
Leider sprach der Herr nur slowenisch, lies sich aber bereitwillig ablichten und verwies mich an den Einzigen in der Gruppe, der englisch konnte.

Das war der Chef auf dem Hochrad.
Die Gruppe ist ein Heimatverein, der sich dem historischen Rad- und Skisport verschrieben hat.
Sie waren sogar schon mal in Deutschland.
Ob sie eine Webseite hätten, fragte ich.
Nein, aber eine Facebookseite.
Er zog seine weißen Handschuhe aus und kramte aus seinem Portemonnaie die verblichene Kopie einer Visitenkarte hervor.

Er bestand darauf, dass ich sie behalten solle. Ein Foto reicht nicht.
Dann setzten sie sich an einen Tisch neben uns und bestellten alle ein Bier.
Was für eine nette Truppe.
Da ich nicht recht wusste, wie ich sie unterstützen kann, übernahm ich ihre Runde und wollte mich schnell aus dem Staub machen, aber die Bedienung hatte schon gepetzt.
Sie riefen hinter uns her, prosteten uns zu und winkten.
Wir winkten lachend zurück und ich war ganz zufrieden mit meiner Aufdringlichkeit.
