Die letzte Mahlzeit in Piran.

Wohin gehen wir?

In unsere andere Entdeckung, dessen Name Srebrena Vilica ebenso unzugänglich ist wie die kleine Gasse, in der es liegt?

Da fällt der Putz von den Wänden…

…hier wird mit Liebe zum Detail angerichtet.

Oder doch lieber in die Fensterfischgaststätte?

Im linken Fensterflügel wird bestellt und bezahlt. Man bekommt eine Jakobsmuschelschale mit einer Nummer.

Wenn das Essen fertig ist, werden Fische mit der entsprechenden Nummer an die Leine gehängt und eine Glocke geläutet.

Wehe, man kommt nicht schnell genug angelaufen. Dann wird nochmal nachdrücklicher geläutet, bevor das Essen durch den rechten Fensterflügel herausgegeben wird.

Das ist uns zu stressig.

Nudeln wollen wir auch nicht.

Wir gehen ans Meer und essen Ährenfische.

Vorher nie gehört, sie sind wie kleine Sardellen. Man verputzt sie mit Haut und Haaren.

Ein letztes Wäschefoto

Ein letzter Abendspaziergang am Meer.

Adieu, du vornehmes Hotel Piran.

Wir verzeihen dir die Mücken im Zimmer und das gammelige Bad ohne Wasserdruck.

Wir werden alles tun, um dich wiederzusehen.

Jetzt geht es zum Busbahnhof, wo wir wieder mit GoOpti nach Triest fahren.

Wie wir da so sitzen und auf den Fahrer warten, trifft eine Gruppe älterer Menschen ein.

Manche sind sichtlich erschöpft.

Trotzdem erntet der Mann an meiner Seite nur einen verächtlichen Blick als er einer Dame anbietet zusammen zu rutschen, damit sie sich setzen kann.

„Das sind Studienreisende. Die setzen sich nicht“ tröste ich ihn und ernte einen noch verächtlicheren Blick.

Sind das etwa Deutsche?

Die Antwort biegt um die Ecke.

Studiosus!

Ich kann gar nicht sagen, was ich in dem Moment empfunden habe.

Als würde eine aneinandergekettete Gruppe Galeerensklaven an mir vorbeigeführt.

Ich muss da nicht mit. Ich bin frei! Hurra!

Glücklich kletterten wir in unseren Kleinbus, in dem wir wieder die einzigen Gäste waren.

Der Fahrer war wieder sehr gesprächig.

Jetzt kommt gleich die Grenze. Da wird man aber nicht mehr kontrolliert.

Sprach‘s und wurde prompt rausgewunken.

Obwohl wir außer einer Tüte Lindt Kugeln keine Drogen mit uns führen, hat man immer ein mulmiges Gefühl.

Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen wir in Triest an.

Das ist schon auch schön hier.

Neben dem nächstgelegenen Supermarkt ist gleich ein römisches Theater.

Und neben unserem Apartment ist gleich ein kleines Restaurant.

Nach dem vielen Fisch hat das Gulasch richtig gut geschmeckt.

Jetzt aber ab aufs Sofa.

Bis morgen.


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