Unser heutiges Ziel war das Café San Marco.

Ein historisches Café von 1914 mit einem angeschlossenen Buchladen und einer bewegten Vergangenheit.

Viele berühmte Dichter haben da ihren Kaffee getrunken.

Laut Google Maps beträgt der Fußweg 15 Minuten.

Wir haben über zwei Stunden gebraucht.

Hier das Protokoll unserer Trödelei.

Obwohl es immer noch deutlich über 20 Grad ist, wird schon die Weihnachtsbeleuchtung angebracht.

Ein paar Häuser weiter wird die Rückkehr der Alliierten gefordert, damit Triest wie damals versprochen eine Freihandelszone wird und endlich von Italien wegkommt.

In der Tat fühlt man sich hier mehr wie in Österreich, wenn man mal von der Sprache absieht.

Solche Arkaden kennt man auch aus Wien.

Es gibt so viele schöne alte Geschäfte.

Kein Wunder, dass wir nicht voran kommen.

Eine Fleischerei mit Bleiverglasung.

Eine Buchhandlung mit einem schönen Schriftzug.

Ein Zeitungskiosk erinnert an vergangene Zeiten.

Der Knaller war diese Drogerie.

Da muss ich doch mal reinschauen.

Leute, die eine über hundert Jahre alte Drogerie noch fast unverändert betreiben, sind vermutlich nicht begeistert, wenn da jemand reinlatscht und mit dem Handy rumknipst.

Also bin ich rein und habe was gekauft.

Ich mag kein Lakritz, aber Pierrot Lunaire und diese Dose ist hübsch und leicht zu transportieren.

Selbstverständlich zahle ich bar. Zum ersten Mal in diesem Urlaub.

Und dann frage ich erst, ob ich fotografieren darf.

Ich darf, aber irgendwie ist mir nicht wohl dabei und ich knipse nur ganz schnell aus der Hüfte.

Schwämme hängen von der Decke

Ein alter Ventilator sorgt für Kühlung und sogar deutsche Frosch Produkte werden angeboten.

Der Gründer thront über allem.

Der jetztige Besitzer versteckt sich in der Buchhaltungsecke.

Ich möchte nicht wissen, wie alt die vergilbten Aktenrücken sind.

Wie gerne würde ich hier mal ganz in Ruhe und unbeobachtet alles anschauen.

Aber wir müssen weiter.

Die Heidi & Peter Brezelbäckerei lassen wir links liegen.

Auch die Fledermäuse und Halloweengrinser werden nur eines flüchtigen Blickes gewürdigt.

Wir wollen ja ins Café San Marco von 1914.

Das ist mit eine der schönsten Buchhandlungen, die ich je gesehen habe.

Die Atmosphäre hat etwas erhabenes, in der es sich verbietet, zwischen den Tischen rumzulaufen und die venezianischen Masken zu knipsen.

Wir tranken unseren Kaffee und machten uns dann auf den Rückweg.

Beim Mittagessen habe ich wieder fotografiert, aber das wird ein neuer Post.


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