Nach dem Besuch im Café San Marco ging es zum Mittagessen zurück zum Canale Grande und James Joyce.

Da muss natürlich ein Foto gemacht werden.

Mit dem Essen sind wir in Slowenien besser zurecht gekommen, es hat besser geschmeckt und die Portionen waren angenehmer.

Hier sind wir weit davon entfernt, ein ganzes Menu zu schaffen.

Deshalb habe ich mir nur ein „Primo“ bestellt. Davor isst man eigentlich eine Vorspeise „Starter“ und danach erst den Hauptgang „Secondo“.

Der Guanciale ist reichlich bemessen.

Ich war pappsatt von diesem Zwischengericht.

Am nächsten Tag waren wir in einem der berühmten Buffets.

Das kein Selbstbedienungsrestaurant, wie wir es kennen, sondern eine Triester Institution, wo deftige Hausmannskost zu günstigen Preisen serviert wird.

Bei Pepi gibt wird seit 1817 Schweinefleisch gekocht und man muss schon den Appetit eines Hafenarbeiters mitbringen, um das zu bewältigen.

Deshalb haben wir uns eine Portion geteilt.

Gemischtes Schweinefleisch mit Sauerkraut und Pürree.

Hier muss ich was beichten.

Die Würstchen waren als erstes weg und ich fragte ihn, was ihm danach am besten geschmeckt hätte.

Das Corned Beef, antwortet er und wies auf 3 Scheiben Schweinskopfsülze.

Oh Gott! Ich muss doch schon die Zunge alleine essen und bin schon so satt.

Wenn ich ihm jetzt sage, was das ist, isst er nur noch das Kassler und ich steh da mit Speck und Sülze.

Ich erliege der Versuchung und sage:

Ok, dann nimm das.

Er wird erst hier lesen, was er da gegessen hat.

Verzeih mir!

Nachtrag:

Er hat ganz entspannt reagiert.

Was habe ich gegessen? Schweinskopfsülze? So was gibt es? Na ja.

Nach solchen Mahlzeiten lebt man erst gegen Abend wieder richtig auf.

In der Dämmerung geht man hinaus auf die Mole.

Hinter uns liegt die Piazza Unita, ein Platz, der sich zum Meer hin öffnet.

Vor uns liegen beeindruckende Schiffe.

Da ist die Yacht eines russischen Oligarchen, 500 Millionen Euro wert.

Sie wurde zu Beginn des Ukraine Krieges beschlagnahmt.

Der Besitzer weigert sich seitdem die laufenden Kosten für Mannschaft und Versicherung weiter zu bestreiten.

Bis dato hat das den italienischen Steuerzahler 30 Millionen gekostet.

In Rijeka hatte man auch eine Yacht beschlagnahmt, umgehend verkauft und den Erlös an die Ukraine überwiesen.

Ein richtiger Kawenzmann ist die MSC Fantasia.

Das Schiff ist so lang wie 3 Fussballfelder und fasst 4300 Passagiere und 1400 Angestellte.

Als man vor hundert Jahren die damals imposante Passagierstation eröffnete, hat man sich sicher nicht vorstellen können, dass da mal ein Schiff anlegen wird, das sie weit überragen wird.

Bei Tageslicht ist es noch erschütternder.

Das Abendlicht stimmt versöhnlich.

Gefolgt von 2 Drohnen entschwindet sie gen Griechenland.

Wir sind milde gestimmt und winken sogar hinterher.

Glücklich, dass wir nicht mit müssen und das Mittagessen gut vertragen haben.


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