Die Schweinskopfsülzensünde vom Vortag wurde gleich am nächsten Morgen bestraft.
Ich wollte zum Frühstück Spiegeleier braten.
Ja, der Herd war ungewohnt, die Pfanne wurde sehr schnell heiß und die Butter braun, aber muss denn deshalb gleich der Rauchmelder anspringen?
Kurz nach 9 also ohrenbetäubender Sirenenlärm im Haus. Alle Türen gehen auf, eine Mutter presst in Panik ihren Säugling an die Brust, jemand rennt telefonierend durchs Treppenhaus, Gerenne, Geschreie, fehlt nur noch, dass die Feuerwehr kommt.
Wegen zwei Spiegeleiern, die nicht mal angebrannt sind!
Danach machen wir eine Probefahrt mit dem Bus zum Bahnhof.
So schön Triest ist, der Bahnhof ist eine einzige Enttäuschung.

Wir kaufen schon mal eine Fahrkarte für morgen und gucken, wo wir hin müssen.
Danach fahren wir zum Schloss Miramare.
Das dauert länger als gedacht und als wir da sind, regnet es.
Wir schauen uns an und beschließen, auf einen Besuch zu verzichten.

Ein Foto von Ferne reicht. Wir kommen ja vielleicht nochmal wieder.
Ein Tagesticket und Regen laden dazu ein, mit dem Bus herumzufahren.
Zur Mittagszeit steigen wir irgendwo aus und stehen direkt vor diesem Lokal.

Es ist eine Art Imbiss.
Als erstes wird man darauf hingewiesen, dass es keine Toilette und nur Wasser zu trinken gibt.
Soll uns recht sein.
Man kann sich aussuchen, was, und vor allem wieviel man essen möchte.

Man kann auch nur ein halbes Schnitzel nehmen.
Das originelle Design tröstet darüber hinweg, dass alles Einweg ist.
Endlich eine Mahlzeit, nach man sich nicht direkt hinlegen muss.
Wir gehen nochmal ins Café San Marco.

Gestern habe ich keine schönen Bilder gemacht.

Beim zweiten Mal klappt es besser.

Hier ist die Zeit wirklich stehen geblieben.

Es regnet zwar immer noch, aber unsere Laune hat sich nach dem missglückten Vormittag erheblich gebessert.
Wir beschließen, eine Ausstellung über Styling, Design und Mode zu besuchen.
Das wird ein neuer Post.
Und noch ein Nachtrag zum Brandalarm:
Ich traf die Verwalterin im Flur und entschuldigte mich für die Unannehmlichkeiten.
Kein Problem, meinte sie, hier wäre dauernd Feueralarm, weil die Leute in der Wohnung rauchen.
Weil Mückengitter vor den Fenstern sind, kann man sich nicht heraus lehnen und so alles steigt zur Decke und löst Alarm aus.
Ich war es gar nicht schuld!
